So wiegen Sie richtig

Regelmäßig
Wer abnehmen will, der kommt um eine tägliche Gewichtskontrolle nicht herum, denn gesundes Abnehmen geht in kleinen Schritten. Aber auch wer sein Gewicht halten will, tut gut daran, sich regelmäßig zu wiegen, um gegebenenfalls einer Gewichtszunahme rechtzeitig gegensteuern zu können.

Für eine sinnvolle Gewichtskontrolle gilt es eine Reihe von Regeln zu beachten, die wir im Folgenden erläutern.


Immer zur gleichen Zeit: Morgens, nüchtern und unbekleidet
Bei einem erwachsenen Menschen kann sich das Körpergewicht während des Tages um 2-3 kg verändern. Für eine zuverlässige Gewichtskontrolle ist es daher wichtig, dass die Wägebedingungen konstant gehalten werden.

Die konstantesten Ergebnisse erzielt man, indem man sich immer zur gleichen Zeit, unbekleidet und nüchtern wiegt. Die beste Zeit dafür ist morgens nach dem Aufstehen und nach dem Toilettengang. Wiegt man sich abends oder tagsüber, dann kann sich die täglich schwankende Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme verfälschend auf die Wägeergebnisse auswirken. Dies gilt für das Wiegen mit einer mechanischen oder elektronischen Personenwaage. Bei Körper-Analysewaagen gelten andere Regeln.


Immer auf der selben Waage
Es ist nicht so, dass Waagen nicht präzise wären – ganz im Gegenteil, aber wie bei jedem Messinstrument geht es auch bei Waagen nicht ohne kleine Toleranzen. So kann es durchaus sein, dass Ihre Waage etwas anderes anzeigt, als die Waage beim Arzt oder im Fitnessstudio. Damit Sie einen eindeutigen Gewichtsverlauf  erhalten, sollten Sie deshalb immer die gleiche Waage benutzen.

Die Genauigkeit einer Waage hat übrigens nichts damit zu tun, ob sie geeicht ist oder nicht. Da werden manchmal Eichung und Justierung verwechselt. Eine ungeeichte Waage könnte durchaus präzisere Ergebnisse liefern als eine geeichte. Bei der Eichung handelt sich  nur um eine amtliche Bestätigung dafür, dass die Waage sich innerhalb der gesetzlich zulässigen Toleranzen bewegt. Sie ist nur für Handelswaagen und Waagen in medizinischer Anwendung verbindlich vorgeschrieben. Eine Eichung muss periodisch wiederholt werden.


Immer am gleichen Standort

Waagen sind hochpräzise und reagieren deshalb auch auf Veränderungen der Umgebungsbedingungen. Unterschiedliche Bodenbeläge, schwankende Temperatur und Luftfeuchtigkeit können zu verfälschten Wägeergebnissen führen. Weiche und hochflorige Bodenbeläge haben einen besonders starken Einfluss auf die Messergebnisse.

Sorgen Sie immer für einen sicheren, waagerechten Stand der Waage auf einem festen Untergrund, wie z.B. Parkett oder Fliesen. Stellen Sie die Waage nicht direkt vor eine Wand, sondern mindestens 30 Zentimeter entfernt. Damit verhindern Sie, dass Sie beim Wiegen die Waage ungleichmäßig belasten.


Der Wägevorgang
Analoge Waagen müssen mit einem Justierrad auf "0" gestellt werden, während elektronische Waagen die Nullstellung automatisch erledigen. Aufgrund der automatischen 0-Stellung sollten Sie elektronische Waagen die letzten 3 Minuten vor dem Wiegen nicht mehr bewegen.

Zum richtigen Wiegen gilt es also einiges zu beachten.
Der Wägevorgang selbst ist aber dann ein Klacks:
Die Waage betreten und gleichmäßig belasten.
Ruhig stehen und nirgends festhalten oder abstützen.
Körpergewicht ablesen.


Körper-Analysewaagen haben eigene Regeln
Die Bioimpedanz-Analyse (BIA) ist die übliche Messmethode bei  Körper-Analysewaagen. Dabei werden die Körperwerte, wie Körperfett, Körperwasser und Muskelmasse nicht direkt gemessen, sondern es erfolgt eine Messung des elektrischen Widerstandes (Impedanz) des Körpers. Durch ein statistisches Verfahren errechnet die Waage dann anhand der persönlichen Werte (Körpergröße, Alter und Geschlecht), des ermittelten Gewichts und des gemessenen Körperwiderstandes, die jeweiligen Körpermassen.

Durch die Bioimpedanz-Messmethode resultierende Körpermassenangaben können im Laufe eines Tages stark schwanken. Das liegt nicht an einer fehlenden Genauigkeit der Körper-Analysewaagen, sondern an den Schwankungen im Wasserhaushalt des Körpers.


Am Besten abends
Der menschliche Körper kann im Schlaf bis zu 2-3 kg Körperwasser verlieren. Gleich nach dem Aufwachen ist der Körper deshalb normalerweise dehydriert (entwässert). Je geringer jedoch der Körperwasseranteil ist, umso höher ist der Körperwiderstand und damit der errechnete Körperfettanteil. Auf der anderen Seite fällt der errechnete Muskelanteil.Im Laufe des Tages werden die Wasserreserven wieder aufgefüllt und die Messwerte normalisieren sich.

Während normales Wiegen morgens gleich nach dem Aufstehen empfohlen wird, ist die Körperanalyse deshalb besser in den Abend zu legen. Für Körper-Analysen ist die Zeit zwischen 18 und 20 Uhr am besten geeignet. Um vergleichbare Messwerte zu erhalten, sollten die Messungen nach Möglichkeit immer unter den gleichen Bedingungen durchgeführt werden.


Weitere Umstände, die das Messergebnis beeinflussen können
Neben den grundlegenden Schwankungen bei den täglichen Messwerten können sich Unterschiede auf Grund von Änderungen des Wasserhaushalts durch Nahrung, Flüssigkeitsaufnahme, Menstruation, Krankheit, Training und Baden ergeben.

Unplausible Ergebnisse können auftreten bei
• Personen mit Fieber, Ödemen oder Osteoporose
• Personen in Dialysebehandlung
• Personen, die kardiovaskuläre Medizin einnehmen
• Schwangeren Frauen
• Sportlern, die mehr als 10 Stunden pro Woche intensives Training betreiben und einen Ruhepuls unter 
60/min haben
• Leistungssportlern und Body-Buildern
• Jugendlichen unter 17 Jahren
• Personen der asiatischen und afrikanischen Bevölkerungsgruppe