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Allergie: Ursachen, Schutz und Risikofaktoren

Pollen-, Hausstaub- und Lebensmittelallergien gehören zu den am meisten verbreiteten chronischen Erkrankungen. Allergie-Auslöser sind körperfremde Substanzen, auf die das Immunsystem überempfindlich reagiert. Es kommt folglich zu einer allergischen Reaktion, die sich zum Beispiel in Form eines Heuschnupfens zeigt. Doch wie genau entsteht überhaupt eine Allergie und welche Ursachen bedingen sie? Wie können Sie sich schützen? Diese Fragen beantworten wir Ihnen gerne:

Allergie-Entstehung: Deshalb kommt es zur Reaktion

Ursache für die Entstehung einer Allergie ist ein wiederholter Kontakt mit dem Allergen. Denn beim erstmaligen Kontakt verspüren Betroffene in der Regel noch keine Probleme. Dieser verläuft meist unbemerkt, da noch keine Symptome auftreten. Jedoch kommt es dabei zu der sogenannten Sensibilisierung. Das bedeutet, dass der Körper sensibel wird und auf ein bestimmtes Allergen empfindlich reagiert. Wie lange der Zeitraum zwischen dem Erstkontakt und dem Auftreten der Symptome genau dauert, lässt sich nicht pauschalisieren. Vielmehr ist es vom Einzelfall abhängig, wann sich diese zeigen. Grundsätzlich kann es zwischen wenigen Tagen bis hin zu mehreren Jahren dauern. 

Für das Auftreten der Allergie-Symptome ist dann der erneute Kontakt mit dem Allergen die Ursache. Hierbei „erinnert“ sich das Immunsystem an das Allergen. Innerhalb kürzester Zeit aktiviert es alle verfügbaren Abwehrmechanismen, um dieses zu bekämpfen. So entsteht eine allergische Reaktion, die je nach Allergie-Ursache und Art unterschiedlich ausfallen kann. Abhängig davon, wie das Immunsystem auf den Stoff reagiert, werden die Betroffenen unterschiedlichen Allergietypen zugeordnet:

  • Typ I-Allergien

    Typ I-Allergien:

    Mit gut 90 Prozent zählt die Mehrheit aller Allergien zum Typ I. Dieser wird auch als IgE-vermittelte Allergie bzw. Allergie vom Soforttyp bezeichnet. Hierbei bildet das Immunsystem Antikörper gegen das Allergen aus der Klasse IgE (Immungobulin E), mit denen es dieses bekämpfen möchte. Die Antikörper sorgen dafür, dass Entzündungsbotenstoffe freigesetzt werden wie beispielsweise Histamin. Dieser Stoff löst wiederum eine Schwellung der Schleimhäute und der Haut aus – manchmal bereits wenige Minuten nach dem Kontakt mit dem Allergen, spätestens aber nach wenigen Stunden. Typische Allergien, die ihre Ursache aufgrund der Reaktion des Typ I haben, sind:

  • Typ II-Allergien

    Typ II-Allergien:

    Bei Betroffenen dieses Typs bildet das Immunsystem Antikörper, die sich gegen Bestandteile der Oberfläche von Körperzellen richten. Erkennen sie diese Zellstrukturen, so aktivieren die Antikörper das Abwehrsystem. Folglich bekämpft dieses die körpereigenen Zellen. Aus diesem Grund werden Typ II-Allergien auch als zytotoxischer Allergietyp („giftig für Zellen“) bezeichnet. Ausgelöst werden kann eine solche Reaktion zum Beispiel, wenn Blut einer falschen Blutgruppe übertragen wurde. Aufgrund dieser Allergie-Ursache werden die roten Blutzellen von Antikörpern bekämpft.

  • Typ III-Allergien

     Typ III-Allergien:

    Bilden sich Immunkomplexe aus Antikörpern und Allergenen, so handelt es sich um eine Typ III-Allergie. Diese können sich in den Blutgefäßen sowie im Gewebe ablagern und negative Konsequenzen mit sich bringen. Beispielsweise kann eine solche Allergie Ursache für eine Gefäßentzündung sein. Diese zeigt sich durch punktförmige, dunkelrote Einblutungen am Gesäß oder an den Beinen.

  • Typ IV-Allergien

    Typ IV-Allergien:

    Vergehen zwischen dem Kontakt und den Anzeichen der Allergie mehr als 24 Stunden, so handelt es sich um diese Spättypallergie. Verantwortlich für die allergische Reaktion sind die sogenannten T-Helfer-Lymphozyten – allergiespezifische Immunzellen. Diese befinden sich sowohl im Blut aus auch in Lymphknoten. Tritt der Betroffene mit dem Allergen, zum Beispiel Nickel oder bestimmten Duftstoffen, in Kontakt, dringen die T-Helfer-Zellen in die Haut ein. Dort lösen sie ein allergisches Kontaktekzem aus.

Welche Faktoren erhöhen das Risiko einer Erkrankung?

Weshalb reagieren manche Menschen auf bestimmte Stoffe mit einer Allergie und andere nicht? Die Ursachen dafür sind letztlich noch nicht geklärt. Es steht aber fest, dass bestimmte Risikofaktoren die Entstehung einer Allergie begünstigen:

Sind bereits die Großeltern oder Eltern von einer Allergie betroffen, so erhöht dies die Wahrscheinlichkeit, dass die Kinder der Familie ebenfalls eine solche Erkrankung entwickeln. Insbesondere wenn beide Eltern an einer Allergie leiden, kann dies zu 50 bis 70 Prozent die Ursache sein, dass auch die Sprösslinge diese bekommen. Haben Vater und Mutter hingegen keine Allergie, so ist auch das Erkrankungsrisiko bei den Kindern deutlich geringer.

Es ist wissenschaftlich bewiesen, dass Stadtkinder häufiger unter Allergien leiden als diejenigen, die auf dem Land groß geworden sind. Insbesondere wenn die Kleinen von Anfang an viel in der Natur unterwegs sind und draußen spielen, entwickeln diese seltener Allergien wie Heuschnupfen. Grund dafür ist, dass Landkinder mit mehr Keimen in Kontakt kommen und so ein stabileres Immunsystem aufbauen können. Bei denjenigen, die in der Stadt aufwachsen, ist das Risiko hingegen höher, eine allergische Überempfindlichkeit zu entwickeln. Wissenschaftler vermuten, dass der Kontakt in der Kindheit mit Keimen und Bakterien dafür sorgt, dass das Immunsystem bestimmte Allergene besser toleriert. Wie genau das funktioniert, ist jedoch noch nicht vollständig untersucht.

Einen ähnlichen Effekt hat auch übertriebenes Putzen mit Desinfektions- und anderen Reinigungsmitteln. Denn dadurch kommt das Immunsystem seltener mit Bakterien und Keimen in Kontakt. Im Zuge dessen stellten Wissenschaftler die Hygienehypothese auf. Diese besagt, dass Allergien ihre Ursache oftmals in übertriebener Sauberkeit haben. Denn in einer sterilen Umgebung ist das Immunsystem nicht an Keime und Co. gewöhnt. Deshalb beginnt es möglicherweise gegen eigentlich harmlose Substanzen vorzugehen.

Viele Stoffe, die sich in unserer Nahrung befinden, können ebenfalls eine Allergie-Ursache sein. Denn die Ernährung spielt bei der Allergie-Entstehung eine große Rolle. Insbesondere Farb-, Konservierungsstoffen und Verdickungsmitteln wird nachgesagt, dass sie allergische Reaktionen bedingen können. Ebenso beeinflusst zu hoher Konsum von Fetten die Immunreaktion.

Nicht endgültig wissenschaftlich belegt ist die Annahme, dass die Pollen über die letzten Jahre aggressiver wurden. Grund dafür soll sein, dass die Pflanzen zunehmend mehr Stress ausgesetzt sind:

  • Luftschadstoffe

  • Bodenschadstoffe

  • Nährstoffmangel

  • Bodenversiegelung


Um sich trotz dieser schwierigen Umweltbedingungen fortpflanzen zu können, entwickeln sie aggressivere Pollen.

Besteht bereits eine Allergie, so kann erhöhte Feinstaubbelastung die Ursache dafür sein, dass sich diese verstärkt. Denn die extrem feinen Partikel können sich in tiefen Abschnitten der Lunge absetzen und dort für Entzündungen sorgen.

Zu den Faktoren, die die Entwicklung einer Allergie begünstigen können, zählen außerdem Haare und Hautschuppen von Tieren. Denn dabei handelt es sich um starke Allergene, auf die das Immunsystem vieler Menschen mit der Bildung von Antikörpern reagiert.

 

 

So können Sie allergischen Reaktionen vorbeugen

Ein pauschales Mittel dagegen gibt es nicht, doch Sie können Maßnahmen ergreifen, um sich vor Allergien und deren Ursachen zu schützen. Denn selbstverständlich können Sie einige Aspekte beachten, um das Risiko einer Erkrankung für Sie und Ihre Familie zu minimieren:

  • Vermeiden Sie Stress und sorgen Sie für ausreichend Erholung.
  • Achten Sie auf eine gesunde Ernährung und verzichten Sie möglichst auf Verdickungsmittel, Farb- und Konservierungsstoffe.
  • Halten Sie die Luftschadstoffe in Ihrer Wohnung möglichst gering. Insbesondere wenn Sie an einer vielbefahrenen Straße wohnen, kann Ihnen dabei ein Luftreiniger wie der Airfresh Clean 300 helfen.
  • Lüften Sie regelmäßig, um die Entstehung von Schimmelpilzen in der Wohnung zu verhindern.
 

Therapie: Diese Möglichkeiten bestehen

Allergien lassen sich in der Regel nicht heilen. Lediglich die Symptome können Sie bekämpfen.

Möglich sind:

  • Meiden der Allergene
  • Hyposensibilisierung
  • Einnahme von Medikamenten

 

Insbesondere Typ I-Allergien lassen sich mit einer allergenspezifischen Immuntherapie behandeln. Diese Desensibilisierung soll bewirken, dass die überschießende Reaktion abgeschwächt wird. Dafür bekommt der Betroffene in bestimmten zeitlichen Abständen eine Allergenzubereitung verabreicht. Diese soll letztlich die Symptome der Allergie lindern. Ob eine solche Hyposensibilisierung möglich ist und welchen Ursachen eine Allergie zugrunde liegt, gilt es jedoch unbedingt mit dem behandelnden Mediziner abzuklären. Denn dies hängt vom Einzelfall ab und kann nur individuell entschieden werden.

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