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Entspannung

Sonnenbaden ohne Reue

Die Haut ist feuerrot, juckt und schmerzt höllisch! Oft erst Stunden nach dem angenehmen Sonnenbad lässt sich der gefürchtete Sonnenbrand blicken und drängt uns späte Reue auf. Was tun, um die unangenehmen Symptome zu lindern und vor allem, um ein nächstes Mal am besten ganz zu vermeiden?

Spätestens wenn es brennt, bemerken wir, dass der Aufenthalt in der Sonne wohl doch zu intensiv gewesen ist. Von leichter Rötung bis zur Blasenbildung reicht die Sonnenbrand-Skala. Egal wie stark, ein Sonnenbrand ist in jedem Fall eine Brandwunde – eine entzündliche Reaktion der Haut auf zu viel Sonneneinstrahlung. Bevor es um Ursachenforschung geht, ist Linderung angesagt. 

Das Allerwichtigste ist nun, die Sonne zu meiden und entweder in geschlossenen Räumen zu bleiben oder die betroffenen Hautpartien gut zu bedecken. Nicht wenige schlucken Schmerzmittel, tragen Sonnencreme auf und setzen sich weiteren Sonnenbädern aus. Schlimmeres kann man seiner Haut kaum antun. Achtung: auch im Schatten sollten die geröteten Stellen bedeckt bleiben.

Das Auftragen von Ölen oder Salben auf Fettbasis sollte man ebenso tunlichst lassen, um die Atmung der beeinträchtigten Haut nicht zu behindern und dadurch einen Hitzestau zu provozieren. Besser sind kühlende Gels und Aprés-Lotions, die wohl eine momentane Linderung bewirken, die Haut aber nicht reparieren können. Spezielle Salben mit Kortison-Zusatz sollte man mit der nötigen Portion Vorsicht behandeln. Ist der Sonnenbrand sehr schlimm und bildet gar Blasen aus, ist auf jeden Fall ein Arztbesuch vonnöten. 

Es gibt auch einige sehr wirksame natürliche Methoden, um akuten Sonnenbrand zu lindern. Allem voran steht eine der ältesten Heilpflanzen der Welt: Aloe Vera ist sozusagen eine Expertin für Hauptprobleme. Erfrischend, kühlend und schmerzlindernd verringert sie nicht nur die Beschwerden, sondern beschleunigt vor allem auch die Heilung der geschädigten Haut. Mehrmals täglich aufgetragen wirkt sie wahre Wunder.

Ein weiteres – häufig vergessenes – Hausmittel ist Natriumhydrogencarbonat, besser bekannt unter dem Namen Natron und in jedem Supermarkt erhältlich. Das basische Pulver beruhigt bei Sonnenbrand und ist eine echte Erste-Hilfe-Maßnahme. Mischen Sie dazu einen Teelöffel Pulver mit einem Liter Wasser und tränken Tücher, die auf die betroffenen Stellen aufgelegt werden. Das kann auch ein komplettes  T-Shirt sein, um beispielsweise großflächig geschädigte Bereiche der Schultern und des Oberkörpers zu erreichen. 

Damit es gar nicht erst zum Sonnenbrand kommt, ist nicht nur ein wohldosierter Aufenthalt in der Sonne zu empfehlen, sondern auch ein wenig Vorbereitung. Am besten ist es immer noch, die Haut in kleinen Dosen langsam an die Sonne zu gewöhnen. Doch Vorsicht! Die Vorbräune aus dem Solarium bringt so gut wie nichts. Echtes Sonnenlicht besteht aus UV-A und UV-B-Strahlen, von denen letztere den Eigenschutz der Haut fördern. Künstliche Sonnen enthalten kaum UV-B, dafür oft über 1000 mal mehr UV-A-Strahlen, die für die sofortige Tönung der Haut verantwortlich sind. Die Wirkung ist zum einen nicht sehr dauerhaft und bietet zum anderen keinen Schutz vor Sonnenbrand. 

Der Ernährung hingegen wird einiges an vorbeugender Kraft zugeschrieben. So gelten etwa Carotinoide als sonnen-vorbereitende Pflanzenstoffe. Sie sind in roten und orangefarbenen Früchten und Gemüsen enthalten, wie etwa Karotten, Paprika, Tomaten, rosa Grapefruits oder Papayas. Aber auch in grünen Gemüsen sind sie vorhanden, so zum Beispiel in Spinat, Kohl, Feldsalat oder Dill. 

Ein besonderes Carotinoid ist  das Astaxanthin, dem eine sehr hohe Wirksamkeit zugeschrieben wird und sowohl in Algen als auch in rosafarbenem Fisch und Meeresfrüchten enthalten ist. Wildlachs zum Beispiel, nicht aber die Zuchtvariante, der künstliches Astaxanthin gefüttert wird, das nicht dieselbe Wirkung hat. 

Auch sekundären Pflanzenstoffen wie Polyphenolen wird eine hautstärkende Wirkung zur Sonnenvorbereitung nachgesagt, etwa in grünem Tee enthalten. Ähnlich wirken Resviratole im Rotwein. 

Nicht ohne meinen Sonnenschutz
Wie lange der Aufenthalt in der Sonne ohne unangenehme Folgen bleibt, ist ein Zusammenspiel von mehreren Faktoren. Die persönliche Eigenschutzzeit ist der erste wichtige Anhaltspunkt – jene Zeit, die man sich ungeschützt der Sonne aussetzen darf – hängt vom Hauttypus ab. Beim Typ 2 (nordischer Typ) sind dies etwa 10 bis 20 Minuten. Auch die aktuelle Sonnennintensität spielt selbstverständlich eine Rolle. Mittags ist die Strahlung heftiger als morgens und in Äquatornähe um ein Vielfaches intensiver als zum Beispiel in Mitteleuropa. Der dritte Punkt ist der verwendete Lichtschutzfaktor des Sonnenschutzmittels, der eine grobe Orientierung vorgibt, um wie viel die Eigenschutzzeit verlängert wird. Ein Beispiel: Typ 2 mit einer Eigenschutzzeit von ca. 10 Minuten trägt einen Lichtschutzfaktor 15 auf und erhält als Richtwert 150 Minuten (10 x 15), in der gefahrloses Sonnen wahrscheinlich ist. Empfohlen wird übrigens, nur 60 Prozent dieses Richtwerts auszunutzen, da danach bereits im Hintergrund der Alterungsprozess der Haut in Gang gesetzt wird.

Wichtig zu wissen ist, dass sich in vielen Sonnenschutzmitteln der Lichtschutzfaktor nur auf die UV-B-Strahlen bezieht, der Hauptursache für Sonnenbrand. Wenn auch ein Filter für UV-A-Strahlen enthalten ist, muss dies auf der Packung extra vermerkt sein. Deshalb lohnt sich vor dem Kauf ein prüfender Blick auf die Inhaltsstoffe.

Irreführend sind auch extrem hohe Lichtschutzfaktoren von etwa 80, die eine entsprechend höhere Wirksamkeit suggerieren. Ein LSF 80 blockt 99% der UV-B-Strahlen ab, LSF 40 etwa 97% und nicht die Hälfte! Für die meisten Menschen ist ein LSF im Bereich 20 bis 40 völlig ausreichend.

Viel wichtiger noch ist es, eine ausreichende Menge des Sonnenschutzes aufzutragen. Für einen ganzen Körper sind dies im Durchschnitt 3 bis 4 Esslöffel, also ganz schön viel. Ebenso bedeutend ist es, den Auftrag etwa alle zwei Stunden zu erneuern. Bei häufigem Aufenthalt im Wasser auch öfter. 

Trotz aller Gefahren und Vorsichtsmaßnahmen sollten wir nicht vergessen, dass Sonnenlicht eine heilsame und therapeutische Wirkung hat. Es ist lebenswichtig und für die Bildung des vor Krankheiten schützenden Vitamin D verantwortlich. Wie so oft, entscheidet auch beim Genuss der Sonne die Dosis über das Gift.

Weiterführende Links:
www.brigitte.de
www.stern.de
www.netdoktor.de