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Fitness

Brasilianisches Jiu-Jitsu: David gegen Goliath

Die Verbindung alter japanischer Traditionen mit modernen Kampftechniken findet ihre Perfektion im brasilianischen Jiu-Jitsu. Dadurch ist diese Sportart ganz besonders für Frauen und Menschen mit schmächtigerer Statur geeignet.

In Europa noch relativ jung, baut BJJ dennoch auf die uralte Tradition japanischer Kampfkunst auf. Die brasilianische Variante des klassischen Jiu-Jitsu entwickelt sich derzeit zu einer Trend-Sportart, die auch über das sportliche Element hinausgeht. Bekannt wurde es bei uns durch die umstrittene „Ultimate Fighting Tour“, bei der unterschiedliche Richtungen (Mixed Martial Arts) gegeneinander kämpften. Dennoch hat das BJJ damit nur wenig zu tun. 

Im Gegenteil: Spezielle Hebeltechniken und klare Positionen wurden besonders für körperlich eher schwächere Personen entwickelt, die dadurch sogar physisch überlegene Gegner bezwingen können. Genau dieser Umstand macht diese Kampfsportart als Selbstverteidigung für Frauen so interessant. Die Bewegungen, die konzentriert und genau ausgeführt werden müssen, steigern zunächst das Körpergefühl sowie nach und nach Stärke und Beweglichkeit. Schläge und Tritte sind tabu, es geht um Hebel, Würfe und bestimmte Techniken. Der Körper wird als Einheit benutzt, der Fokus liegt auf Aufmerksamkeit. Und bei allem ist Köpfchen gefragt: Richtiges Abwarten, Taktieren und Überlegen sind zentrale Elemente. Nicht umsonst wird BJJ gerne auch mit Schach verglichen. 

Eine klassische Übungseinheit streckt sich über 60 bis 90 Minuten. Nach einem Warm-up mit einer Mischung aus Kraft- und Dehnübungen wird die Technik trainiert, vor allem Hebelgriffe, die den Gegner zur Aufgabe bewegen sollen. Am Ende der Stunde wird schließlich gekämpft, auf einer umzäunten, octagon-förmigen Fläche, vornehmlich auf dem Boden. Die Kämpfer des Brasilianischen Jiu Jitsu zeichnen sich gerade dabei durch ihre Perfektion aus und sind für die freundschaftliche Atmosphäre beim Wettkampf bekannt.

Entstanden ist diese Variante des klassischen Jiu-Jitsu in den 1920er Jahren durch die Freundschaft zwischen einem ungeschlagenen japanischen Jiu-Jitsu-Meisters mit einem schottisch-stämmigen Brasilianer, dessen Söhne Carlos und Helio Gracie – eher schmächtige junge Männer – diese spezielle Technik entwickelten, um auch gegen körperlich überlegene Gegner bestehen zu können. Deshalb ist BJJ auch unter dem Namen Gracie-Jiu-Jitsu bekannt.

Weiterführende Links:

www.menshealth.de
www.bjjb.de