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Fitness

Reizstrom lässt Muskeln wachsen

Definierte Körperformen, rasche Linderung von Beschwerden, Ausgleich von Haltungsschäden – und all das in kürzester Zeit mit einem Minimum an Kraftaufwand. Was wie im Märchen klingt ist tatsächlich Wirklichkeit: EMS-Training macht’s möglich und ist auch noch wissenschaftlich geprüft.

Aufwändiges Krafttraining und schweißtreibende Ausdauer scheinen der Vergangenheit anzugehören. 

Das neue Wundertraining heißt Elektrische Muskelstimulation (EMS). Klingt ziemlich technisch, ist im Grunde aber nichts Anderes als die Weiterentwicklung eines natürlichen Vorgangs. Denn Muskeln brauchen Reize, um aktiviert zu werden. Was bei einer Bewegung natürlicherweise über das zentrale Nervensystem zum Rückenmark in die Nervenfasern und schließlich an die Muskeln weitergeleitet wird, sind im physikalischen Sinne elektrische Reize. EMS nutzt die gezielte Verstärkung dieser körpereigenen Reize durch Reizstrom. Das ist deutlich effektiver als normales Krafttraining. 

Bereits nach wenigen Trainingseinheiten verbessert sich die Körperhaltung. Nach etwa vier bis sechs Wochen sind Veränderungen im Körperumfang zu sehen sowie Kraftzuwachs zu messen.

Eine Einheit dauert 20 Minuten. Der Trainierende erhält im Studio spezielle Funktionskleidung und muss verkabelte Gurte bzw. Westen tragen, damit die kleinen Stromstöße übertragen werden können. Vier Sekunden lang wird ein Elektroimpuls abgegeben, dann wird vier Sekunden lang pausiert. Während des Impulses müssen spezielle Bewegungen ausgeführt werden.

Der Trainer reguliert die elektrischen Impulse über das angeschlossene Gerät und zeigt die Übungen vor. Zu jeder Übung, die zur Kontraktion von Muskeln führt, wird ein entsprechender elektrischer Impuls gesetzt. Dadurch erhöht der Muskel seine Spannung und optimiert sein Wachstum. Der Strom erreicht aber nicht nur die üblichen Muskelpartien, sondern auch die tieferliegenden Schichten, die bei normalem Training quasi unberührt bleiben.

Die enorme Wirkung von EMS wurde in verschiedenen Studien deutscher Universitäten nachgewiesen: Der Muskelaufbau wird stark beschleunigt, Verspannungen und Blockaden können sich leichter lösen. Erstaunliche Ergebnisse werden bei der Volkskrankheit Rückenschmerzen berichtet. Besonders eine schwache Rückenmuskulatur profitiert von der neuen Methode, wie die Sportuniversität Köln herausgefunden hat. Entstanden ist EMS ursprünglich aus dem Rehabilitationssport, wo sie schon viele Jahre lang nach Verletzungen und Operationen zur Vermeidung von Muskelschwund angewendet wird. Leistungssportler nutzen diese Trainingsform schon längst, um ihre Leistung zu erhöhen.

Risiken scheint es beim EMS keine zu geben. Die Impulse liegen im sogenannten niederfrequenten Bereich. Sie aktivieren lediglich die Skelettmuskulatur. Herz- und Organmuskulatur werden davon nicht berührt. Dennoch empfiehlt sich zuvor ein Check beim Hausarzt, um jeden Zweifel über die eigene Konstitution auszuschließen. Schwangere sowie Menschen mit einem Herzschrittmacher dürfen von vorne herein an diesem Training nicht teilnehmen.

Wie Experten meinen, ist EMS eine ideale Ergänzung zu Ausdauersport und normalem Krafttraining, das es auf Dauer nicht ersetzen sollte. 

Weiterführende Links:
www.spiegel.de
www.eatsmarter.de
www.dshs-koeln.de