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Fasten und Entschlacken

Tag für Tag müssen wir unterschiedliche Stoffe aus der Nahrung aufnehmen, damit unser Organismus  überleben kann und gesund bleibt. Dabei ist insbesondere unser Stoffwechsel (Metabolismus) von Bedeutung, also alle biochemischen Vorgänge in unserem Körper. Der Stoffwechsel ist an allen Auf- und Umbauprozessen und der Aufspaltung von Nahrungsmitteln beteiligt. Er sorgt dafür, dass die Nährstoffe über unser Blut in jede einzelne Zelle gelangen. Stoffe, die unser Körper nicht verwenden kann, werden wieder ausgeschieden. Sie werden als Schlacken bezeichnet. Wer unter einer Verschlackung leidet, hat bereits einen Überschuss an Schlacken im Körper, die sich vor allem im Fettgewebe einlagern. Nur wenn der Stoffwechsel seine Aufgaben ungestört erfüllen kann, bleiben wir gesund und vital.


Mögliche Folgen einer Verschlackung auf unsere Gesundheit

Die Verschlackung unseres Körpers soll zu einer Übersäuerung bis hin zu ernsthaften Zivilisationskrankheiten führen. Folgende Beschwerden bzw. Krankheiten können durch angesammelte Schadstoffe entstehen:



Den Körper von Giftstoffen befreien durch Entschlacken

Unser Körper wird täglich mit verschiedenen Schadstoffen konfrontiert. Nikotin, Umweltgifte, Alkohol,  oder Junk Food können ihn auf Dauer stark belasten. Wer die angesammelten Gifte wieder loswerden möchte, kann eine Fastenkur zum Entschlacken durchführen. Ob Detox, F.-X.-Mayr-Kur oder Heilfasten – es gibt viele Wege, um den Körper zu entschlacken. Allen gemeinsam ist das Ziel, ihn zu reinigen und Schadstoffe loszuwerden, um sich danach wieder rundum wohlzufühlen.

Wer entschlacken möchte, darf seinem Körper während der Kur keine weiteren Gifte zuführen. Alkohol, Kaffee oder künstliche Zusatzstoffe in Nahrungsmitteln sind während dieser Zeit tabu. Parallel dazu soll die Ausleitung schädlicher Stoffe angeregt werden. Zum Entschlacken wird daher in vielen Kuren die Einnahme von Bittersalz empfohlen, um Nahrungsreste auszuschwemmen und somit den Darm zu säubern. Manche Fastenmethoden empfehlen dafür Sauerkrautsaft. Mehrere Liter Wasser, Tee, Säfte oder Suppe pro Tag sollen die Nieren in ihrer Ausscheidungsfunktion unterstützen. Auch spezielle Massagen, ein Saunabesuch oder Yogaübungen intensivieren den Abbau der Gifte und erleichtern das Entschlacken.

Je nach Fastenrichtung, wird feste Nahrung entweder komplett, oder nur in den ersten Tagen vom Speiseplan verbannt. Handelt es sich nicht um eine reine Trinkkur, dürfen teilweise Lebensmittel wie frisches Obst, Gemüse, Nüsse oder Fisch gegessen werden. Auf Nahrungsmittel, die industriell stark bearbeitet wurden, muss während des Entschlackens verzichtet werden. Eine Entschlackungskur kann ein paar Tage oder gar Wochen andauern. Urlaub ist ein geeigneter Zeitpunkt, um zu entschlacken, da in den ersten Tagen eine körperliche Schwäche und ein Leistungstief entstehen können. Wer dennoch im Arbeitsalltag mit einer Fastenkur entschlacken möchte, wählt besser eine weniger stressreiche Phase dafür aus und beginnt damit an einem Wochenende.

In der Fastenkur nach dem österreichischen Arzt Franz Xaver Mayr (kurz: F.-X.-Mayr-Kur) bestehen die Mahlzeiten vor allen Dingen aus trockenen Semmeln mit frischer Milch. Bei moderneren Varianten der F.-X.-Mayr-Kur kommen bereits nach wenigen Tagen eiweißreiche Nahrungsmittel hinzu, deren Menge mit der Zeit ansteigen darf. Im Fastenplan nach Otto Buchinger, einem Arzt aus Deutschland, ist keine feste Nahrung vorgesehen. Es gibt Gemüsebrühe, Säfte und Kräutertee. Wer stattdessen mit einer vielseitigeren Kur entschlacken will, kann auf Detox ausweichen. Frisches Gemüse, Obst, Säfte, Nüsse oder Fisch bringen Abwechslung in die Kur.


Entschlacken: Wichtige Hinweise

Viele Mediziner bezweifeln die Existenz von Schlacken. Sie sind der Meinung, dass unsere Leber, Nieren und die Haut ständig mit dem Abbau und der Ausscheidung giftiger Stoffe beschäftigt sind. Daher könnten sich Schadstoffe in unserem Körper gar nicht dauerhaft einlagern. Gleichwohl gibt es genügend Erfahrungsberichte von Menschen, die sich nach dem Entschlacken pudelwohl fühlen, ausgeglichener sind und davon berichten, mehr Energie zu haben. Auch auf den Geist soll Entschlacken eine belebende Wirkung haben und dabei helfen, wieder zu sich selbst zu finden. Diese Beobachtung können sicherlich vor allem jene Menschen bestätigen, die sich aus religiösen Gründen einer Fastenkur unterziehen.

Auf Gifte in der Nahrung oder andere schädlichen Stoffe eine Weile zu verzichten, kann sicherlich einen positiven Effekt auf unsere Gesundheit bewirken. Doch es bleibt fraglich, ob Kuren zum Entschlacken einen Ausgleich schaffen können für eine ansonsten eher unvernünftige Ernährungsweise. Für unseren Körper ist es mit Sicherheit besser, wenn wir generell eine gesündere Lebensführung anstreben. Zum Abnehmen ist Entschlacken ohnehin nur dann geeignet, wenn es als Einstieg für eine komplette Ernährungsumstellung gedacht ist. Andernfalls ist eine Rückkehr der Fettpölsterchen nach einer Entschlackungskur fast unumgänglich.

Wer eine Fastenkur nicht richtig durchführt, erreicht den gegenteiligen Effekt und kann seiner Gesundheit schaden. Je länger wir unserem Körper Nahrung entziehen, desto vorsichtiger muss er danach wieder an Essen gewöhnt werden. Wird das Fasten nicht schrittweise beendet, kann es zu einer Überlastung des Körpers mit gefährlichen Folgen kommen. Außerdem sollte beachtet werden, dass Fasten einigen Personen aus medizinischer Sicht untersagt ist. Zu den Erkrankungen, bei denen nicht gefastet werden darf, gehören unter anderem Nierenerkrankungen, Störungen des Herz-Kreislauf-Systems, Psychosen, Magersucht und Schilddrüsenüberfunktion. Doch auch gesunde Menschen sind gut beraten, wenn sie vor einer geplanten Entschlackung mit ihrem Hausarzt oder einem Ernährungsberater sprechen.

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