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Wassereinlagerungen und Entwässerungstabletten (Diuretika)

Wenn sich die Beine schwer wie Blei anfühlen, die Füße nicht mehr in die Schuhe passen oder der Ehering plötzlich zu klein ist, können lästige Wassereinlagerungen schuld daran sein. Das Spannungsgefühl durch geschwollene Beine, Füße oder Finger ist mitunter recht unangenehm und wird mit Hilfe von Entwässerungstabletten gelindert. Sie werden in der Umgangssprache oft als Wassertabletten bezeichnet, in der medizinischen Fachsprache heißen sie Diuretika. Die Schwellungen können durch bestimmte Medikamente, bei hohen Außentemperaturen, in der Schwangerschaft, durch Übergewicht, nach zu hohem Alkoholkonsum oder bei älteren Menschen in besonderem Maße auftreten. Auch bei einer vorwiegend stehenden Tätigkeit staut sich das Blut in den Beinen, die Flüssigkeit sammelt sich im Gewebe an und abends sind die Beine dick und schwer. 

Tritt die Schwellung auch tagsüber auf und ist etwa mit Schmerzen, Atemnot oder Verfärbungen verbunden, sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden, da diese Anzeichen im Kontext zu einer schwerwiegenden Erkrankung stehen können. Hauptsächlich können Durchblutungsstörungen wie zum Beispiel eine Thrombose zu einer pathologischen (krankhaften) Schwellung in den Beinen führen. Außerdem können bestimmte Erkrankungen des Stoffwechsels, eine Herzschwäche oder Tumore ursächlich dafür sein. Beinschwellungen treten regelmäßig im Zusammenhang mit folgenden Faktoren auf:

  • Herzinsuffizienz
  • Entzündung der Venen
  • Allergien
  • Nicht korrekt eingestellte Infusionen
  • Leberzirrhose
  • Schilddrüsenunterfunktion
  • Eiweißmangel durch Leber- oder Nierenkrankheiten
  • Knochentumore
  • Stehen oder sitzen über einen längeren Zeitraum
  • Einnahme von Medikamenten, zum Beispiel Cortison



Wie können Entwässerungstabletten hilfreich sein und welche möglichen Nebenwirkungen gibt es?

Entwässerungstabletten sind sogenannte diuretische (harntreibende) Medikamente, welche die Ausscheidung von Wasser verstärken und Mineralstoffe ausschwemmen, indem sie die Wasserrückresorption in den Nieren einschränken. Da Wassereinlagerungen im Körper aus unterschiedlichen Gründen entstehen können, werden Diuretika bei allerlei Erkrankungen eingesetzt. Durch die Beseitigung der überschüssigen Flüssigkeit senken Entwässerungstabletten das Blutvolumen. Dadurch haben sie eine blutdrucksenkende Wirkung und entlasten zusätzlich das Herz. 

Da Entwässerungstabletten wichtige Mineralstoffe mit ausscheiden, können Mangelerscheinungen entstehen. Vorwiegend Kalium kann davon betroffen sein. Wenn Entwässerungstabletten zu einem Kaliummangel führen, besteht das Risiko,  Muskelkrämpfe, Herzrhythmusstörungen oder Verstopfung zu bekommen. Außerdem können weitere Nebenwirkungen wie ein Anstieg des Blutzuckerspiegels, ein Magnesiummangel oder erhöhte Harnsäurewerte durch die Einnahme von Diuretika entstehen.

Entwässerungstabletten bewirken eine Abnahme des Körpergewichts. Dennoch eignen sie sich nicht als Schlankheitsmittel, da das Gewicht aufgrund des Wasserverlusts sinkt. Fett wird dadurch nicht abgebaut. 

Dennoch kommt ein Missbrauch von Entwässerungstabletten vor allem bei Bulimie oder Magersucht vor. Ähnlich wie Abführmittel, werden die Entwässerungstabletten zur Kompensation von Fressattacken verwendet, um eine Gewichtszunahme zu verhindern. Für Essgestörte ist der Missbrauch von Diuretika besonders gefährlich, da sie ohnehin durch die geringe Nahrungsaufnahme meist unter Mangelerscheinungen leiden. Durch die Entwässerungstabletten gehen ihnen noch mehr wichtige Mineralstoffe verloren. Doch es gibt noch eine weitere Personengruppe, bei denen der Missbrauch von Entwässerungstabletten häufiger vorkommt, beispielsweise bei den Bodybuildern. Sie setzen Diuretika ein, um ihre Muskeln sichtbarer werden zu lassen. 

Welche Anweisungen sollten bei einer Verwendung von Entwässerungstabletten beachtet werden?

Um einem Kaliummangel vorzubeugen, sollte der Arzt befragt werden, ob Nahrungsergänzungsmittel oder eine kaliumreiche Ernährung die Einnahme der Entwässerungstabletten begleiten sollen. Besonders reich an Kalium sind Bananen, Kartoffeln, Spinat und Feigen. 

Dosierungsanleitungen von Entwässerungstabletten müssen exakt eingehalten werden. Eine zu schnelle Ausschwemmung der Wassereinlagerungen kann zu einer Exsikkose (Austrocknung) führen. 

Idealerweise werden Entwässerungstabletten morgens eingenommen. Ansonsten besteht die Gefahr, dass der Schlaf durch den nächtlichen Harndrang beeinträchtigt wird. 

Müssen die Entwässerungstabletten aufgrund einer Herzkrankheit eingenommen werden, ist es ratsam, das Körpergewicht jeden Tag zu kontrollieren, um gegebenenfalls die Dosis anzupassen. Eine Überwässerung zeigt sich in einer raschen Gewichtszunahme von über einem Kilo. 

Mit welchen Maßnahmen kann der Körper ohne Entwässerungstabletten überschüssiges Wasser loswerden?

Die meisten Entwässerungstabletten sind verschreibungspflichtig. Doch es bestehen noch weitere Möglichkeiten, dem Körper bei der Wasserausscheidung zu helfen. 

Wer an heißen Sommertagen zu geschwollenen Beinen neigt, kann dies durch eine Reduzierung der Salzmenge verhindern. Da Salz das Wasser in unserem Körper bindet, können die Wassereinlagerungen durch stark salzhaltige Lebensmittel oder Mineralwässer entstehen. Wer den Salzkonsum verringern möchte, sollte insbesondere Fertigprodukte meiden, da ihnen meist zu viel Salz hinzugefügt wird. Werden alle Gerichte frisch gekocht, kann die Salzmenge besser dosiert werden. 

Auch Bewegung kann den Organismus vor einem Wasserüberschuss schützen. Bei einer vorwiegend sitzenden oder stehenden Tätigkeit sollte es zur Gewohnheit werden, regelmäßig kleine Übungen zwischendurch zu machen oder wenigstens mehrmals die Lage zu verändern.

Gegen die Wassereinlagerungen in den Beinen während der Schwangerschaft sind Entwässerungstabletten nicht zu empfehlen. Stattdessen können Schwangere mit Stützstrümpfen und einer Hochlagerung der Beine den Schwellungen entgegenwirken. Kühlende Fußbäder können ebenfalls hilfreich sein. 

Die Lymphdrainage ist eine Massageform, die entlang der Lymphbahnen durchgeführt wird. Sie wird in manchen Physiotherapiepraxen und Kosmetikstudios angeboten und ist vor allen Dingen dann hilfreich, wenn die lästigen Wassereinlagerungen durch eine Störung im Lymphsystem entstanden sind. Dies ist oft nach Strahlenbehandlungen oder Brustkrebsoperationen der Fall. Die Lymphdrainage bewirkt eine Lockerung der Muskulatur und sorgt dafür, dass Lymphflüssigkeit aus dem Gewebe befördert wird. 

Außerdem gibt es einige gesunde Lebensmittel, denen eine entwässernde Wirkung nachgesagt wird. Zu den harntreibenden Lebensmitteln gehören zum Beispiel:

  • Reis
  • Spargel
  • Holunder
  • Tee aus Brennnesseln oder Löwenzahn
  • Knoblauch Artischocken
  • Ananas



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