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Ernährungsberatung

Die Ernährungswissenschaft (Trophologie) beschäftigt sich mit der Forschung und den Grundlagen der menschlichen Ernährung. Mögliche Themen innerhalb der Ernährungslehre sind zum Beispiel die Wirkung einzelner Nährstoffe auf den menschlichen Organismus, Biochemie des Stoffwechsels, Lebensmittelhygiene und das typische Verhalten von Konsumenten. Um Ernährungswissenschaften zu verstehen, müssen zusätzliche Kenntnisse aus der Biologie, Chemie, Anatomie und Physik vermittelt werden.

In der Ökotrophologie werden neben den ernährungswissenschaftlichen Grundlagen zusätzlich die Themen Hauswirtschaft und Ernährungsökonomie miteinbezogen.

Die Berufsbezeichnung Ernährungsberater ist in Deutschland nicht geschützt. Wer eine Ernährungsberatung anbietet, muss daher nicht zwangsläufig Ernährungswissenschaften studiert haben. Da es für die Ernährungsberatung keinen einheitlichen Ausbildungsweg gibt, wird sie meist als Weiterbildung eines anderen Berufs erlernt. Eine Ernährungsberatung orientiert sich in der Regel an den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen. Darüber hinaus gibt es noch weitere Strömungen, wie zum Beispiel Ayurveda oder die Traditionelle chinesische Medizin, die eine Ernährungsberatung anbieten.


Für welche Personen kann eine Ernährungsberatung sinnvoll sein?

Für Menschen, die aufgrund bestimmter Erkrankungen eine besondere Ernährung benötigen, gibt es sogenannte Diätberater oder Diätassistenten. Sie sind vor allem in Kliniken, Altenheimen, Krankenkassen, Apotheken oder selbständig in einer eigenen Praxis tätig. Zu den Aufgaben von Diätassistenten gehört die Organisation und Umsetzung von Diätmaßnahmen. Sie erstellen individuelle Ernährungskonzepte, berechnen die Nährstoffe in der Nahrung und den Energiebedarf, verfassen Kochrezepte, helfen bei der Zubereitung diätgeeigneter Gerichte, geben Schulungen und sind beratend tätig. Insbesondere Patienten, die unter Diabetes, Bluthochdruck, Nahrungsmittelunverträglichkeiten, Gicht oder Adipositas leiden, können von der Beratung eines Diätassistenten profitieren.

Eine Ernährungsberatung hingegen ist nicht für Menschen mit schwerwiegenden Erkrankungen gedacht. Sie eignet sich eher für Personen, die sich unsicher bei der Bewältigung einer Ernährungsumstellung sind und sich daher eine umfassende Beratung wünschen. Eine Ernährungsberatung kann daher zum Beispiel für Menschen mit leichtem Übergewicht, in der Schwangerschaft, für Veganer, Senioren, Sportler oder Frauen in den Wechseljahren ein interessantes Thema sein.

Eine Ernährungsberatung kann uns den Weg weisen, welches Essverhalten uns vor Zivilisationskrankheiten schützt. Dazu gehören unter anderem Diabetes, Krebs, Arteriosklerose (Gefäßverkalkung), Übergewicht, Bluthochdruck und Herzinfarkt. Die genetische Komponente mag bei der Entstehung dieser Krankheiten eine Rolle spielen, dennoch haben wir großen Einfluss auf unsere Gesundheit. Da die Ernährung hauptsächlich daran beteiligt ist, ob wir gesund bleiben oder nicht, können wir selbst die Verantwortung für unseren Körper übernehmen. Durch die richtige Ernährung unterstützen wir unsere Gesundheit und ein langes Leben.


Wie läuft eine Ernährungsberatung eigentlich ab?

Der Verlauf einer Ernährungsberatung kann sich je nach Praxis oder Anbieter in gewissen Maße unterscheiden. Im Erstgespräch sieht sich der Berater meist die Essgewohnheiten und den Lebensstil des  genauer an. Zudem muss abgeklärt werden, ob irgendwelche Krankheiten bestehen. Außerdem sind die wichtigsten Laborwerte des Blutes ein wichtiges Thema in der Ernährungsberatung, um mögliche Mangelerscheinungen zu erkennen und ihnen mit der passenden Ernährung entgegenzuwirken. Wichtig ist es außerdem, Ziele festzulegen, die mit Hilfe der Ernährungsberatung erreicht werden sollen. Sobald festgelegt ist, in welche Richtung es gehen soll,   erarbeitet der Ernährungsberater gemeinsam mit dem Ratsuchenden die passende Strategie. Eine Ernährungsberatung muss immer individuell für jeden einzelnen angepasst werden, da Menschen unterschiedliche Vorlieben haben und nicht jedes Lebensmittel gleich gut vertragen.

Manche Anbieter einer Ernährungsberatung besuchen ihre Klienten sogar zuhause, um deren Lebensmittelvorräte und den Inhalt des Kühlschranks genauer unter die Lupe zu nehmen. Dadurch kann sich der Ernährungsberater ein umfassendes Bild von falschen Ernährungsgewohnheiten machen und dabei helfen, ungünstige Lebensmittel auszusortieren. Normalerweise wird eine Ernährungsberatung noch auf den Tageslauf und die berufliche Situation des Ratsuchenden abgestimmt, denn ein neues Ernährungskonzept macht nur dann Sinn, wenn es auch realistisch umsetzbar ist.

Manche Berater wünschen sich von ihren Klienten ein Ernährungstagebuch. Dort werden alle Lebensmittel, die zum Frühstück, Mittagessen und Abendessen gegessen wurden, exakt dokumentiert. Doch auch alle Zwischenmahlzeiten und Getränke wie der Schokoriegel auf der Arbeit oder das Feierabendbier sollten dort eingetragen werden, damit sich der Ernährungsberater ein möglichst genaues Bild der Ernährungsgewohnheiten machen kann. Das Tagebuch lässt erkennen, ob der Körper genügend Nährstoffe bekommt und inwieweit der Energiebedarf gedeckt ist. Auf diese Weise können im Laufe der Ernährungsberatung Schwachstellen aufgedeckt und mögliche Alternativen aufgezeigt werden.

Der Essensplan, der in einer Ernährungsberatung erstellt wird, ist vor allem vielseitig. Der Bedarf an allen Nährstoffen, die unser Organismus benötigt, sollte gedeckt sein. Außerdem achtet ein guter Ernährungsberater darauf, dass Energiegehalt der Nahrung weder zu hoch, noch zu niedrig ist. Auch für die Auswahl der richtigen Lebensmittel, den Einkauf und die Zubereitung gesunder Gerichte kann die Ernährungsberatung eine Hilfe sein. Oft bekommt der Klient auch Rezeptvorschläge mit nach Hause, damit die Umstellung auf eine bessere Ernährung einfacher für ihn wird. Außerdem hilft die Ernährungsberatung dabei, die Werbeversprechen der Lebensmittelindustrie richtig zu interpretieren und mit der nötigen Skepsis zu betrachten.

Im weiteren Verlauf der Ernährungsberatung wird besprochen, inwieweit sich das neue Ernährungskonzept im Alltag umsetzen lässt. Treten Probleme auf, gibt die Ernährungsberatung Hilfestellungen und Unterstützung. Da eine Änderung der Gewohnheiten immer etwas Geduld und Stärke erfordert, kann auch ein Motivationsloch in einer Ernährungsberatung angesprochen werden. Ernährungsberater haben meist Ratschläge parat, um das Durchhalten zu erleichtern und sich selbst neu anzuspornen.

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