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Auswirkungen des Muskelaufbaus auf unsere Gesundheit

Der Bewegungsapparat des Menschen verfügt über mehr als 700 Muskeln. Ob wir atmen, unsere Stirn runzeln oder lachen – jede einzelne Bewegung ist auf die Kontraktion (Zusammenziehen) verschiedener Muskeln angewiesen. Für ihre Arbeit benötigen unsere Muskeln Sauerstoff, welcher über den Weg des Blutes zu ihnen gelangt. Je mehr wir uns körperlich anstrengen, desto mehr Sauerstoff braucht unser Muskelgewebe. Wer regelmäßig Krafttraining für den Muskelaufbau ausübt, hat sogar im Ruhezustand einen erhöhten Verbrauch von Sauerstoff.

Es gibt drei verschiedene Arten von Muskeln: Skelettmuskeln, glatte Muskeln und Herzmuskeln. Zu den Skelettmuskeln gehören vor allem jene Muskeln, die an willkürlichen Bewegungen beteiligt sind. Die Skelettmuskeln können wir also durch unseren Willen bewusst beeinflussen, wie zum Beispiel die Beinmuskulatur, während wir laufen. Eine wichtige Aufgabe der Skelettmuskeln ist es, unseren Körper in einer aufrechten Position zu halten. Außerdem sind sie daran beteiligt, die Körpertemperatur konstant zu halten. Die Skelettmuskulatur ist über die Sehnen mit den Knochen verbunden. Die glatte Muskulatur hingegen können wir selbst nicht willentlich beeinflussen. Sie kommt unter anderen in Gefäßwänden, Bronchien, Augen und im Magen vor. Glatte Muskelzellen können sich stärker zusammenziehen als die Zellen der Skelettmuskulatur. Die glatte Muskulatur hat vielfältige Aufgaben. Im Magen unterstützt sie zum Beispiel die Verdauung.

Außerdem können glatte Muskelzellen die Blutgefäße weiten oder eng stellen und dadurch unseren Blutdruck beeinflussen. Das Muskelgewebe des Herzens nimmt eine Sonderstellung ein und zählt daher als eigene Muskelart. Die Muskulatur des Herzens benötigt keine Nervenimpulse von außen, um zu kontrahieren. Außerdem ist sie unser Leben lang aktiv und kann Höchstleistungen vollbringen.

Über das Blut werden die Muskelzellen mit Eiweiß, Fett und Kohlenhydraten zur Energiegewinnung versorgt. Die Mitochondrien (Kraftwerke der Zellen) in den Muskelzellen verbrennen die einzelnen Nährstoffe, um die Energie verfügbar zu machen. Ein Muskelaufbau führt zu einem vermehrten Wachstum der Mitochondrien.


Inwiefern kann der Muskelaufbau unsere Gesundheit stärken?


Entgegen einiger Vorurteile ist der Muskelaufbau nicht nur für Bodybuilder interessant. Krafttraining kann uns nicht nur zu einer attraktiven Figur verhelfen, sondern auf verschiedene Weise unsere Gesundheit unterstützen. Da es völlig normal ist, im Alter Muskelmasse zu verlieren, sollten wir sie durch regelmäßiges Training wieder aufbauen. Sogar ältere Menschen können noch von den Vorteilen des Muskelaufbaus profitieren.

Der Muskelaufbau ist gut für unseren Bewegungsapparat, da sich trainierte Muskeln positiv auf unsere Gelenke auswirken. Starke Muskeln bewirken eine Entlastung bei schmerzenden Gelenken, wirken ihrem Verschleiß entgegen und schützen vor Fehlhaltungen. Muskeltraining  kann in manchen Fällen sogar Operationen an den Gelenke ersetzen. Auch wenn ein künstliches Gelenk eingesetzt wurde, ist ein gezielter Muskelaufbau wichtig.

Außerdem kann regelmäßiges Training der Muskeln die Funktion unserer Lunge günstig beeinflussen. Positive Effekte soll das Krafttraining insbesondere bei Patienten mit Mukoviszidose haben. Auch in den ersten zwei Stadien einer COPD (Chronisch obstruktive Lungenerkrankung) ist ein Muskelaufbau zu empfehlen.

Der Muskelaufbau ist zudem gut für unser Gehirn, da kräftige Muskeln das Risiko verringern, an Alzheimer zu erkranken. Das liegt daran, dass Muskeln auch im Ruhezustand stoffwechselaktiv sind. Dadurch verbessert sich die Sauerstoffzufuhr im Gehirn. Der Verlust von Muskelmasse hingegen soll den geistigen Abbau und den Verlust der Hirnfunktionen begünstigen. Daher sollten sich auch Senioren mit dem Thema Muskelaufbau auseinandersetzen.

Darüber hinaus ist regelmäßiges Krafttraining gut für unseren Blutdruck, da sich die Dehnbarkeit der Gefäße verbessert. Zusätzlich wirkt der Muskelaufbau in unserem Körper blutdrucksenkend. Menschen, die unter Bluthochdruck leiden, sollten jedoch besser ein spezielles Muskeltraining unter ärztlicher Aufsicht anwenden, da der Blutdruck während des Trainings stark ansteigen kann.

Wer unter Übergewicht leidet und abnehmen will, sollte nicht nur Ausdauersport machen, sondern zusätzlich die Muskeln trainieren. Eine größere Muskelmasse steigert den Verbrauch von Kalorien und die Fettverbrennung.



Tipps für den Muskelaufbau

Untrainierte Menschen, die mit dem Muskelaufbau beginnen möchten, sollten das Training vor allem in der Anfangsphase nicht übertreiben. Überforderungen erhöhen das Verletzungsrisiko und können zu Schmerzen oder Frust führen.

Beim Krafttraining kann vieles falsch gemacht werden. Muskelaufbau ist nur dann sinnvoll, wenn alle Übungen korrekt ausgeführt werden. Außerdem können Fehler beim Training unsere Gesundheit beeinträchtigen. Daher sollten insbesondere Anfänger sich im Fitnessstudio ausgiebig beraten lassen oder einen Personal Trainer aufsuchen.

Beim Muskelaufbau ist es wichtig, regelmäßig zu trainieren. Mehrmals ein kurzes Training durchzuführen bringt bessere Erfolge anstatt nur ab und zu in langen Einheiten zu trainieren.

Um den besten Effekt für die Gesundheit und Fitness zu erzielen ist es ideal, durch verschiedene Übungen Abwechslung in den Trainingsplan zu bringen.

Nur wenn wir ausreichend Schlaf bekommen, können sich unsere Muskeln nach dem Training regenerieren. Wer nicht ausgeschlafen ist, hat außerdem nicht genügend Energie, um beim Trainieren tatsächlich einen Muskelaufbau zu erzielen.

Außerdem kann der Muskelaufbau durch eine geeignete Ernährung sinnvoll ergänzt werden. Zum Aufbau von Muskeln benötigt der menschliche Organismus Proteine (Eiweiße). Eiweißshakes sind jedoch für einen erfolgreichen Muskelaufbau nicht unbedingt notwendig, da sich der Bedarf an Proteinen auch durch eine gesunde Ernährung recht einfach decken lässt. Die Verbindung von pflanzlichen Eiweißquellen mit tierischen Proteinen ist ideal, um Erfolge beim Training zu unterstützen.

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